Mein Kind ist irgendwie anders… Was kann ich tun? mit gratis Checkliste





Mein Kind ist irgendwie andersVor einigen Wochen kam meine Freundin zu mir uns sagte, sie denke ihr Sohn habe Probleme bei der Verarbeitung von sensorischen Reizen. Sie war auch bei der Kinderärztin mit der Bitte um Zuweisung zur Ergotherapie. Die Ärztin habe ihr aber keine Überweisung gegeben, da sie der Meinung sei, der Sohn meiner Freundin habe keine bemerkbaren Defizite und eine Abklärung wäre nicht notwendig…

Und damit bin ich auch schon bei meinem heutigen Thema. Was kann ich tun, wenn ich bemerke, dass mein Kind Probleme bei der Verarbeitung von Reizen, ihrer Wahrnehmung, sprich der sensorischen Integration hat? Wohin wende ich mich? Was soll ich tun, wenn weitere Befundungsschritte schon von vornherein abgewiesen werden? Wenn mir empfohlen wird, noch zu warten, da sich dies noch auswachsen könne. Wohin kann ich mich wenden oder besser gesagt, was kann ich tun, damit ich ernst genommen werde.

Aber auch für Personen, welche Kinder betreuen bietet mein Artikel heute wertvolle Informationen. Mit Hilfe der sensorischen Checkliste könnt ihr euch zu allen Bereichen Notizen machen und diese mit den Eltern und Therapeuten genau besprechen. Ihr könnt eure Beobachtungen zuordnen und fehlende Bereiche noch näher beobachten.

Die sensorische Integration möchte ich in diesem Artikel nicht noch einmal beschreiben, ich habe es hier >klick< schon getan. Die 3 Basissinne seht ihr im genauen hier: die propriozeptive Wahrnehmung, die vestibuläre Wahrnehmung, die taktile Wahrnehmung.

Dir ist also aufgefallen, dass dein Kind beispielsweise nicht barfuß läuft, stark auf der Suche nach festen Reizen ist und daher andere Kinder stark umarmt oder sogar stößt. Das es empfindlich ist beim Angreifen von Gegenständen, welche eine  gewisse Eigenschaft aufweisen (z.B. klebrig,…). Dein Kind nicht Schaukeln oder Ringelspielfahren möchte? Ihm es Unbehagen auslöst, wenn es sich Socken anziehen soll oder die Haare bürsten? Dies sind nur einige Beispiele, die Liste ist kann noch beliebig erweitert werden. Wenn dir diese Dinge aufgefallen sind, dann ist der erste Schritt schon getan, du hast es erkannt. Wie geht es nun aber weiter?

Um beim Kinderarzt best möglichst vorbereitet zu sein, habe ich euch eine sensorische Checkliste erstellt. Sie soll dir helfen, dich im Vorfeld schon besser strukturieren zu können. Dein Kind besser beobachten zu können und dann beim Kinderarzt eine schriftliche Hilfe zu haben, damit dieser deine Beobachtungen und die daraus resultierenden Bedenken verstehen kann.

Wichtig ist hier auch zu erwähnen, dass nicht jede Abneigung oder Eigenheit eines Kindes als Störung oder Problem verstanden werden darf. Gewisse Verhaltensweisen sind entwicklungsbedingt oder gehören einfach zur Persönlichkeit des jeweiligen Kindes. Hier geht es um eine Einschätzung des Kindes, wenn das Kind selbst oder die Umgebung unter dem Verhalten des Kindes leidet.

Schritt für Schritt zur Abklärung

Die erste Anlaufstelle ist hier natürlich der Kinderarzt. Er kennt dein Kind im besten Falle schon als Säugling und kann somit auch den Entwicklungsverlauf beurteilen. Der Kinderarzt wird vermutlich dein Kind körperlich untersuchen, den Entwicklungsstand einschätzen und die Motorik prüfen. Jetzt liegt es also an deinem Arzt einzuschätzen, ob dein Kind weiter untersucht werden sollte. Im Idealfall wird dein Kind jetzt zur Ergotherapie, Physiotherapie, Psychologie oder einem Facharzt (je nach Problemstellung) überwiesen.

Die Ergotherapie begutachtet dein Kind. Sie führt ein Elterngespräch durch und beobachtet das Kind im freien Spiel als auch mit Hilfe von standartisierten Tests. Des Weiteren sieht sie sich die motorische Entwicklung und die Basissinne genauer an. Anschließend kommt es zum Elterngespräch, zum Therapievorschlag mit anschließender Therapie. Natürlich kann es auch möglich sein, dass keine Therapie notwendig ist.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es noch?

Um etwaige Krankheiten auszuschließen, kann es vorkommen, dass dein Kind zu einem Neurologen überwiesen werden. Möglich wäre es, dass für gewisse Verhaltensauffälligkeiten eine körperliche Ursache (z.B. Hirntumor usw.) vorliegt und diese muss unbedingt ausgeschlossen werden.  Oftmals  wird auch ein EEG (= die Abnahme von Hirnströmen) durchgeführt, damit man sicher geht, dass keine hirnorganischen Veränderungen oder Abnormalitäten des Gehirn vorliegen. Diese können nämlich auch Konzentrationsprobleme oder andere Verhaltensweisen hervorrufen.

Meist wird erst nach diesen Untersuchungen der Psychologe herangezogen. Der Psychologe wird die subjektive Einschätzung der Eltern erfragen, als auch standartisierte Tests durchführen. Bei der Abklärung zum ADHS werden noch viele weitere Tests durchgeführt um ein Gesamtbild des Kindes zu erhalten, welche dann zur Diagnose führen sollen.




Wie ist nun die sensorische Checkliste handzuhaben?

Die sensorische Checkliste richtet sich mit nach den Begriffen der sensorischen Integration. Diese werden als grober Überblick erfragt. Als beobachtende Person kreuzt man an, ob das Kind in ihrem Verhalten dies Tätigkeit vermeidet oder sogar nach diesen Reizen sucht. Ob es der Situation neutral oder gemischt gegenüber steht. Den die betreffende Kategorie wird dann angekreuzt.

Wie beobachte ich?

Am einfachsten im Alltag und im Spiel. Die Situation soll nicht gekünstelt hervorgerufen sein, sie soll den „IST“ Zustand wieder spiegeln. Wenn du also einen Kuchen mit deinem Kind bäckst, dann beobachte es beim Umgang mit dem Teig, mag es den Teig angreifen oder nicht? Wenn es springt, wie springt es? Fest oder nur leicht, macht es das immer oder nur heute? Beim Spielen mit anderen Kindern, stößt es diese, sodass sie stürzen. Ist es deinem Kind unangehm, wenn es sich morgens ankleiden soll?

Der Alltag bietet die beste Möglichkeit dein Kind zu beobachten. Beobachte nicht nur was es gelernt hat, sondern auch wie es sich dabei verhält.

 

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Ich freue mich wie immer über Feedback und sollte es noch Fragen geben, schreib mir ich antworte gerne.

Alles Gute Pia

 

4 comments

  1. schni says:

    Was sagt es denn nun aus, wenn mein Kind inden unterschiedlichen Kategorien, vermeidet, sucht oder neutral ist? Sprich – wie wird der Fragebogen mit welcher Konsequenz ausgewertet?

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