Sensorische Vorteile des Springens

springenJa zugegeben, es macht mich manchmal ganz schön ärgerlich, wenn die Kinder auf im Bett oder auf der Couch im Wohnzimmer oder im Esszimmer herumspringen. Selbst wenn ich ihnen schon zehn mal gesagt haben, bitte hört auf, so tun sie es trotzdem nicht. Warum? Nun, sie versuchen auf natürlichem Wege ihre sensorischen Bedürfnisse zu befriedigen, eben durch das Springen.

Wenn Kinder oder auch Erwachsene springen, dann bietet uns dies eine Vielzahl an vestibulären und auch propriozeptiven Input.  Springen unterstützt die Aufmerksamkeit und fördert Ruhe, es führt zu einer inneren Organisation und zur Selbstkontrolle. In meinen Artikeln könnt ihr mehr Informationen über die vestibuläre als auch die propriozeptive Wahrnehmung lesen.

Sensorische Vorteile des Springens

Wir haben zu Hause in unserem Wohnzimmer ein Mini- Trampolin und die Kinder lieben es.

Das Trampolin steht nicht immer dort, im Sommer ist das Mini- Trampolin in unserem Garten. Ja ich hätte dort gerne ein richtig Großes, in das man sich nach dem Springen auch richtig hineinfallen lassen kann, aber das geht nun einmal nicht. Man kann ja auch nicht alles haben.

Fast jedes Kind liebt es zu springen, denn das Springen gibt dem Körper soviel Feedback und darum sollten wir auf dieses tolle sensorische Angebot nicht verzichten.

Welche Vorteile bietet das Springen nun?

Körperliche Fitness

Unumstritten, sogar in Fitnessstudios werden Gruppenkurse am Trampolin angeboten und wer schon einmal länger als 15 Minuten durchgehend auf einem Trampolin gesprungen ist, weiß wie anstrengend das ist. Hier bietet das Springen also ein hervorragendes Training für das Herz- Kreislauf System, die Muskelkräftigung, der Körperspannung, des Gleichgewichts und allgemein gesagt der Grobmotorik.

Vestibulärer und propriozeptiver Input

Das vestibuläre System bietet dem Körper als Gleichgewichtssystem  Hilfe bei der Aufrechterhaltung des Körpers und der Orientierung im Raum. Ebenso ermöglicht uns das Gleichgewichtssystem   Drehbewegungen und Beschleunigung wahrzunehmen. Es beeinflusst die Augenmuskelkontrolle, die auditive und visuelle Wahrnehmung, als auch die Auge- Hand- Koordination.

Zusammen mit der propriozeptiven Wahrnehmung steuert und reguliert das vestibuläre System die Grundspannung der Muskulatur (Muskeltonus). Durch den Muskeltonus können wir uns gegen die Schwerkraft aufrichten und fein abgestimmt die Muskeln bewegen.

Das Springen hilft uns also besser zu spüren, wo unser Körper in Beziehung zu sich selbst steht.

Selbstregulation

Wenn das Gehirn nach dem „Arbeiten“ im Kindergarten oder in der Schule einmal Pause macht und sich Kinder einfach nur Bewegen dürfen, trägt dies zur Selbstregulation bei. Nun, für manche Kinder, welche nach sensorischem Input suchen kann das Springen sehr beruhigen sein, da es die Aufmerksamkeit auf den Körper selbst lenkt. Auf der anderen Seite gibt es Kinder mit zu wenig Aktivitätsniveau und diese werden durch das Springen angeregt und aktiviert.

Welche Möglichkeiten gibt es nun im Haus zu springen?

Springen am Mini- Trampolin:

Wir haben das Mini- Trampolin
im Wohnzimmer. Aber auch im Kinderzimmer ist es schnell wieder unter das Bett geschoben um so dem alltäglichen Spiel des Kindes wieder Platz zu machen, wenn es nicht mehr benötigt wird.

BOSU Ball:

Der BOSU Ball ist ähnlich wie das Trampolin. Er bietet zwar eine kleinere Springfläche, dafür aber fordert er durch seine Rundung mehr Gleichgewichtssinn und Stabilität.
Er kann auch zum darüber krabbeln benutzt werden. In jedem Fall ist dieser Ball eine Investition, welche man sehr lange verwenden kann.

Ich habe euch ein Video heraus gesucht, damit ihr euch das Stehen und Springen an dem Ball gut vorstellen könnt. Wenn ihr die Beine der Mädchen beobachtet, sehr ihr wie stark das Gleichgewicht und die Beine arbeiten und sich koordinieren müssen.

Hüpfpolster

Nicht zu vergessen ist auch der Hüpfpolster. Er hat Sprungfedern und ist somit ähnlich wie ein Trampolin. Da die Höhe jedoch geringer ist, kann er auch schon von den ganz Kleinen benutzt werden.

Hinderniss- Parcour:

Legt zu Hause einen Hindernis Parcour. Die Kinder können über eine kleine Leiter klettern und dann herunter Springen. Oder von Polster zu Polster springen ohne vom Feuer am Boden berührt zu werden. Einen kleinen Parcour habe ich hier schon einmal beschrieben.

Tempel hüpfen oder Himmel und Hölle:

Kennt ihr das noch? Tempelhüpfen, war bei uns ein sehr  beliebtes Kinderspiel. Wir haben uns damals draußen auf der Straße mit Kreide die Form des Tempels aufgezeichnet und los ging es. Genau das selbe geht auch im Haus. Entweder mit Hilfe eines Teppich ‚Hüpfspiel‘  oder ihr klebt euch mit Malerkrepp einfach den Tempel auf den Boden.

Hier ist die Anleitung für das Spiel:

Die Spieler treten jeweils nacheinander an. Sie hüpfen auf einem Bein durch den Tempel, drehen im letzten Feld („Himmel“) um und hüpfen zurück. Die einzelnen Spielvarianten unterscheiden sich zumeist danach, wie die Steine in das Spiel einbezogen werden, siehe unten.

Wird ein Fehler gemacht, so scheidet der Spieler aus, oder er muss sich wieder hinten anstellen und bekommt später einen weiteren Versuch. Himmel_und_Hoelle

Fehler können sein:

  • Springen in das falsche Feld (in der falschen Reihenfolge)
  • Berühren des Bodens mit zwei Beinen (außer das Feld erlaubt dies)
  • Verletzen einer der Sonderregeln der Varianten
  • Berühren der Linien des Tempels mit Fuß oder Stein

 

Ich hoffe ich konnte euch wieder eine neue Anregung geben und wünsche euch

Alles Liebe

Pia

 

 

Schreibe einen Kommentar